Teufelsberg

„Der Teufelsberg ist ein Trümmerberg im Westen Berlins… Nach dem Abzug der Militärs wurde die Anlage von 1991 bis 1999 als Flugsicherungsradar-Station genutzt. Seitdem stehen die Gebäude leer und verfallen.“

Der Teufelsberg ist ein Trümmerberg im Westen Berlins und nach Messungen aus dem Jahr 2013 die zweithöchste Erhebung des Stadtgebiets. Der Hügel – mit Aussicht über das Naturschutzgebiet Grunewald und die Havel – liegt im Ortsteil Grunewald (Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf) an der Teufelsseechaussee. Er hat seinen Namen vom nahe gelegenen Teufelssee. Auf dem Berg befinden sich die markanten Bauten einer Flugüberwachungs- und Abhörstation der US-amerikanischen Streitkräfte. Nach dem Abzug der Militärs wurde die Anlage von 1991 bis 1999 als Flugsicherungsradar-Station genutzt. Seitdem stehen die Gebäude leer und verfallen.

Geschichte:

Aufschüttung des Berges:

An der Stelle des heutigen Teufelsbergs stand in den 1940er Jahren der Rohbau der Wehrtechnischen Fakultät, die im Rahmen des nationalsozialistischen Projektes der Welthauptstadt Germania gebaut werden sollte. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage gesprengt, teilweise abgerissen und als Baumaterial genutzt. Die verbleibenden Gebäudereste wurden ab 1950 mit Trümmerschutt aufgefüllt. 

Nach Beendigung der Ablagerung im Jahr 1972 wurde die Landschaft mit Sand und Mutterboden gestaltet und mit rund einer Million Bäumen bepflanzt. Auch Wintersportmöglichkeiten wie einen Skihang, eine Rodelbahn, eine Sprungschanze und einen Schlepplift ließ der Senat errichten.

Zeit des Kalten Kriegs:

In den 1950er Jahren entdeckte die US-Armee den Berg als hervorragenden Standort für eine Abhöranlage. Die anfangs mobile Installation zur Überwachung des Luftraums – insbesondere der drei Flugkorridore zwischen Berlin und der Bundesrepublik – wurde bald durch feste Gebäude abgelöst, es entstand die Field Station Berlin Teufelsberg. Dazu wurden mit der Zeit fünf Antennenkuppeln errichtet, die Überwachungsaufgaben zur Zeit des Kalten Kriegs bis weit in das Gebiet des Warschauer Paktes übernahmen. Die Anlage auf dem Teufelsberg wurde nun hauptsächlich von der National Security Agency (NSA) betrieben und diente als Teil des weltweiten Spionagenetzes Echelon. Ab 1957 wurde die Anlage zusätzlich von US-amerikanischen und britischen Aufklärungs- und Sicherheitsdiensten genutzt.

Nach der Wiedervereinigung:

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurden die elektronischen Einrichtungen der Anlage entfernt, da sie nach dem Ende des Kalten Krieges nutzlos geworden waren. 1991 zogen Amerikaner und Briten ab. Die Gebäude blieben stehen bzw. wurden sogar erneuert und neue Radaranlagen installiert, denn sie konnten bis 1999 zur zivilen Luftüberwachung des Flugverkehrs genutzt werden.

Aktuelle Nutzung des Teufelsbergs:

Der Hügel wird von Mountainbikern und Spaziergängen genutzt. Seit den 1980er Jahren dient die Straße auf dem Teufelsberg Longboardern zum Downhill-Skaten.

Die früher existierende Rodelbahn ist geschlossen und teilweise gesperrt, dennoch wird der Berg im Winter von Rodlern und Snowboarderngenutzt. Jährlich findet ein Silvesterlauf über das Gelände statt. Der Deutsche Alpenverein betreibt am Teufelsberg einen Kletterfelsen.

Seit Februar 2011 werden – ursprünglich auf Initiative des Stadthistorikers Andreas Jüttemann – täglich Führungen über das ansonsten nicht zugängliche Gelände der ehemaligen Abhörstation auf dem Teufelsberg angeboten. 2011 war dies die erste Möglichkeit, seit dem Bau der Field Station legal das Gipfelplateau des Berges zu betreten.

Am 24. November 2013 hat sich der Verein Initiative Kultur-DENK-MAL Berliner Teufelsberg g. e. V. als Plattform für ehrenamtlich Engagierte in Kunst, Kultur, Natur und Geschichte auf dem Teufelsberg gegründet. Die Vereinsmitglieder setzen sich dafür ein, dass der Teufelsberg in seiner Gesamtheit unter Denkmalschutz gestellt wird und wollen den Teufelsberg zu einer modernen, überregionalen Austauschplattform und Denkfabrik für Kultur, Kunst, Geschichte, Technik, Natur und neue Wirtschaftsmodelle weiterentwickeln.

Quelle: Wikipedia

Kinderklinik Weissensee

Den Entwurf und die Bauplanung für das erste kommunal geführte Säuglings- und Kinderkrankenhaus Preußens hatte der Gemeindebaurat Carl James Bühring übernommen. Es wurde am 8. Juli 1911 mit einem Festakt eingeweiht. Zu Therapiezwecken war die Klinik in einen gestalteten Park eingebunden und verfügte über einen mit dem Hauptgebäude verbundenen Hörsaal für werdende Mediziner. Ein Novum für die damalige Zeit war die in unmittelbarer Nachbarschaft zum Krankenhaus gelegene „Milchkuranstalt“. Sie umfasste einen Musterkuhstall und eine Nahrungsbereitungsanstalt zur Gewährleistung einer direkten Versorgung der Neugeborenen und deren Mütter mit Milch. Die überschüssige Milch wurde an die Bevölkerung verkauft.

Das Kinderkrankenhaus überdauerte die Zeiten. Im Jahre 1987 wurde es durch den Anbau eines Bettenhauses erweitert. Weitere zehn Jahre später erfolgte auf Beschluss des Senats 1996 die Schließung der traditionsreichen Einrichtung.

Seit dem 1. Januar 1997 ist das ehemalige Säuglingskrankenhauses der Gemeinde Weißensee mit allen Wirtschaftsgebäuden ungenutzt und dem Verfall preisgegeben.[veraltet].

Das Gebäude auf dem 28.000 Quadratmeter großen Grundstück wurde 2005 nach mehreren Versuchen (eine Firma wollte mit Radiowellen Aids heilen) an einen russischen Investor verkauft. Spätestens 2015 sollte auf dem Areal ein wissenschaftliches Zentrum für die Krebsforschung in Betrieb gehen, geplant waren ein Therapiezentrum, ein ambulanter Klinikbetrieb sowie ein Tagungszentrum. Für den Denkmalschutz und Erhalt der Bausubstanz waren im Konzept der Firma „MWZ Bio Resonanz GmbH“ (ein Konsortium russischer Ärzte) 10 Millionen Euro vorgesehen. Statt Investitionen brachte das Konsortium geänderte Vorschläge ohne eigene Aktivitäten, so forderte der Liegenschaftsfonds Ende 2012 das Grundstück zurück.

Das Haupthaus brannte bis Mitte Juni 2013 bereits elfmal, so dass die Feuerwehr von Brandstiftung ausgeht.

Quelle: Wikipedia

VEB Kühlautomat

Der VEB Kühlautomat Berlin war ein am 5. April 1950 gegründeter Volkseigener Betrieb, der Kühlschränke sowie anfangs Kompressoren, Gleichstromverdichter und später Schraubenverdichter herstellte. VEB Kühlautomat hatte Ende 1957 rund 1000 Beschäftigte, zu Spitzenzeiten arbeiteten hier 2500 Personen. Neben Kühlautomaten für den Haushalt wurden Materialprüfkammern, Verdichter und Wärmeüberträger, Kühlanlagen für Schiffe, für Fahrzeuge und den Handel sowie, nach Zusammenlegung mit dem VEB Motorenwerk Johannisthal (MWJ), die Zwölfzylinder-Dieselmotoren der Baureihe 12 KVD 18/21 SVW für zahlreiche Dieseltriebfahrzeuge der Deutschen Reichsbahn und Schiffsanwendungen hergestellt.

Betriebsgeschichte:

Der Betrieb wurde im Jahr 1950 auf früheren Werksflächen eingerichtet und stellte zunächst einen reinen Reparaturbetrieb dar. Gleichzeitig begann die Entwicklung von Kompressoren für die ersten Haushaltskühlschränke der DDR-Bürger. Vorhandene Gebäude wurden umgenutzt und im Lauf der Jahre kamen weitere Industriehallen sowie ein Sozialgebäude mit Betriebskantine hinzu. Einige Jahre stellte der Betrieb seine Produkte erfolgreich auf den Leipziger Messen aus.

Nach der Wende 1989/90 wandelte die Firmenleitung den Betrieb in die Gesellschaft mit beschränkter Haftung Kühlautomat Berlin GmbH um. Im Jahr 1994 kaufte Grasso, eine Tochter des GEA-Konzerns, das Unternehmen auf. Im Jahr 1996 verließen die letzten Mitarbeiter das Werksgelände, das etwa 18 Hektar umfasst. Die Immobilie gelangte an die Nachfahren der früheren jüdischen Besitzer zurück.

Das Gelände liegt seitdem brach, so kam es zu Vandalismus und im Jahr 2012 auch zum Großbrand des ehemaligen Verwaltungsgebäudes.

Quelle: Wikipedia

Olympiadorf

Namensgebung:

Die Unterkünfte erhielten von NS-Seite die Bezeichnung Dorf des Friedens, gleichzeitig sah der Plan vor, „die schönste Kaserne der Welt“ zu erschaffen. Es stand jedoch bereits bei Beginn der Planungen fest, dass nach den Olympischen Spielen die Wehrmacht die Anlagen nutzen sollte; gleich nebenan lag der Truppenübungsplatz Döberitz. Somit war das Sportler-Dorf von Anfang an Bestandteil der verdeckten NS-Aufrüstung. Die Häuser wurden für ihren späteren Zweck massiv gebaut.

Gliederung der Anlage:

Das Olympische Dorf wurde von den Gebrüdern Werner und Walter March geplant und in den Jahren 1934 bis 1936 auf dem Gebiet der heutigen Gemeinde Wustermark (Ortsteil Elstal, 18 Kilometer westlich des Olympiastadions in Berlin) errichtet. Hier wohnten während der Spiele die rund 3600 männlichen Athleten mit Betreuern und Personal, während die rund 330 weiblichen Teilnehmer in Unterkünften auf dem Gelände des direkt an das Olympiastadion angrenzenden Deutschen Sportforums untergebracht waren. Jedes Haus bekam den Namen einer deutschen Stadt, das Speisehaus der Nationen hieß zum Beispiel Haus Berlin. Die Gebäude sollten einer Anordnung wie auf einer Deutschlandkarte entsprechen. In den Sportlerunterkünften lag im Gemeinschaftsraum eine Broschüre Das olympische Dorf begrüßt seine Gäste aus. Die künstlerische Gestaltung (u. a. Wandbilder) wurde von Johann Vincenz Cissarz, Hugo Bäppler, Albert Windisch und Franz Karl Delavilla ausgeführt, die hierfür später die „Olympia-Medaille“ bekamen.

Das Dorf bestand aus einem Empfangsgebäude, 136 eingeschossigen und fünf zweigeschossigen Wohnbauten, einem großen Speisehaus, einem Küchenhaus, dem Hindenburghaus, dem Kommandantenhaus, einer Sporthalle, einer Schwimmhalle, einer Sauna sowie einem Ärzte- und Krankenhaus. Das Speisehaus Haus der Nationen bestand aus 38 Speisesälen, die jeweils einer Nation zur Einnahme des Essens und der Geselligkeit dienten. Es war so geplant, dass vom obersten der drei terrassenartig angelegten Stockwerke aus das Olympiastadion zu sehen war. Im Hindenburghaus gab es Unterhaltungsveranstaltungen.

Während der Olympischen Spiele:

Der Großteil der männlichen Olympiateilnehmer residierte im Olympischen Dorf. Es sollte ein Ort der Ruhe sein, an den sich die Sportler zurückziehen konnten. Zugleich ermöglichte es die kostengünstige Unterbringung und Verpflegung der Athleten und bot ihnen Trainingsmöglichkeiten sowie ein Unterhaltungsprogramm. Um die Ruhe sicherzustellen, wurde es rund um die Uhr von der Gestapo bewacht, die u. a. eine vollständige Postzensur sicherstellte und in den täglichen Berichten an das Organisationskomitee der Spiele über die Berliner Prostituierten berichtete sowie über deren Rassenschande mit afroamerikanischen Athleten.

Im Hindenburghaus fand das abendliche Unterhaltungsprogramm statt, das durch die Leitung der NS-Kulturgemeinde veranstaltet wurde. Dazu gehörten Berichte über die Olympischen Spiele, Filmwochenschauen, Spielfilme, Sportfilme, Kabarett, Konzerte, Ballett und Kulturfilme. Im großen Saal des Hauses gab es abendlich auch Filmvorstellungen. Zu sehen bekamen die Athleten auch einen Streifen mit dem Titel Der Neuaufbau des deutschen Heeres, was zu Protesten führte. Im Gebäude befindet sich noch heute ein riesiges Relief des Künstlers Walther von Ruckteschell, das marschierende Soldaten mit Stahlhelm und geschultertem Gewehr zeigt und die Inschrift trägt: „Möge die Wehrmacht ihren Weg immer kraftvoll und in Ehren gehen als Bürge einer starken deutschen Zukunft.“ Alle Athleten, die hier ihr Olympia-Quartier bezogen, kamen an der in rötlichen Stein gemeißelten Losung vorbei – wollten sie zum abendlichen Amüsement mit Bühnenprogramm.

Nach den Olympischen Spielen:

Nach den Olympischen Spielen wurden auf dem Gelände eine Infanterieschule und ein Infanterie-Lehrregiment untergebracht. Das Speisehaus der Nationen beherbergte ein Militärhospital, genannt das Olympialazarett. Diese zukünftige Nutzung war bereits beim Entwurf des Gebäudes berücksichtigt worden: Im zweiten und dritten Geschoss wurden große Terrassen angelegt, auf die die Kranken mitsamt Bett geschoben werden konnten.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs zog die sowjetische Armee auf dem Gelände ein und nutzte es bis zum Abzug 1992. Unter anderem hatte der SASK Elstal hier seinen Sitz, in dem sowjetische Leistungssportler während ihres Wehrdienstes in Deutschland trainieren konnten. Der SASK Elstal nahm gelegentlich an Sportveranstaltungen in der DDR, wie an Turnierenund Sportfesten, aber an keinen Meisterschaften und Punktspielen, teil.

Quelle: Wikipedia

Hotel Geiger

Das Hotel wurde 1866 als Pension eröffnet und bis 1924 zu einer Hotelanlage mit einer repräsentativ ausgestatteten Gebäudegruppe im Heimatstil erweitert. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen noch weitere Gebäude hinzu.

In seiner Blütezeit zählte das zur europäischen Luxusklasse gehörende Hotel zu den ersten Adressen der Region und wurde von zahlreichen Mitgliedern der Hochfinanz und des europäischen Hochadels besucht.

1997 musste es wegen Insolvenz geschlossen werden und steht seither leer.

Geschichte:

Am 17. August 1865 erwarb Hugo Geiger ein Bauernhaus aus dem 18., in Teilen aus dem 15. Jahrhundert, das er im folgenden Jahr zur Pension umbaute. Die große Nachfrage nach Unterkünften führte schon 1874 zu einer Erweiterung des Hauses um einen zusätzlichen Flügel mit Gästezimmern an seiner südöstlichen Seite.

1924 wurde für die Gäste an der Straße unweit der Zufahrt eine hoteleigene Tankstelle mit Waschhaus erstellt.

1972 erhielt das inzwischen „europaweit zur Luxusklasse“ zählende Hotel ein eigenes Hallenbad.

Zahlreiche prominente Gäste aus dem deutschen und europäischen Hochadel stiegen in dem Hotel ab, darunter Prinz Friedrich von Anhalt (1881), Prinz Max von Baden (1911), Prinz Oskar von Preußen (1926) und die niederländische Königinmutter Emma zu Waldeck und Pyrmont (1929). Daneben verkehrten dort aber auch Personen aus Kunst und Wissenschaft, so die Schriftsteller Ernst von Wildenbruch (1887), Paul Heyse (1890), Thomas Mann (1904) und der Medizinprofessor Ferdinand Sauerbruch (1921).

Während des Zweiten Weltkriegs diente es als Erholungsheim für Offiziere der Luftwaffe, nach Kriegsende wurde es von der US-Armee als Offizierwohnheim genutzt. In dieser Zeit weilte auch der junge Offizier John F. Kennedy einmal im Haus Geiger. Weitere prominente Gäste des Hotels waren in der Nachkriegszeit dann noch u. a. Prinz Philipp von Hessen (1950) und der kanadische Premierminister Pierre Trudeau (1975). Auch Größen des Showgeschäfts wie Elvis Presley, Donna Summer und Robin Gibb vom den Bee Gees u. a. m. übernachteten im Hotel Geiger.

Am 1. November 1997 musste der Hotelbetrieb nach 132 Jahren Familiengeschichte eingestellt bzw. „das Haus (…) wegen Insolvenz geschlossen werden“.

Noch bis Sommer 1998 bewacht und beheizt, diente das Anwesen in den Jahren 1996 bis 1998 als Kulisse für Kinofilme.

Am 20. Oktober 2016 brach im Erdgeschoss des 1976 errichteten Bettenhauses ein Feuer aus, das sich über den hölzernen Balkon bis in den Dachstuhl ausbreitete das die oberen zwei der drei Stockwerke des Gebäudes zerstörte. Da der Strom seit 1997 abgeschaltet war, kommt laut Polizei für den Brand als Ursache nur Fahrlässigkeit oder Brandstiftung in Frage.

Quelle: Wikipedia